Das ist eine Frage, die sich sicherlich viele stellen, die bereits eine Webseite in der neudeutschen Sprache "Denglisch" haben.
Wir sind eine kanadische Firma und unsere offiziellen Landessprachen sind Englisch und Französisch. Jede Sprache hat Fremdworte integriert. Auch bei uns hat man das getan und man findet sogar einige Begriffe, die aus dem deutschen stammen. Daran ist nichts falsch - das war immer so, vor allen dann, wenn ein Fremdwort bestimmte Dinge besser beschreibt. Das gibt es wirklich!
Was aber zur Zeit im deutschsprachigen Raum in Europa geschieht, hat mit Vernunft und Geschäftssinn nichts mehr zu tun. Dieses Kauderwelsch wird nur von einer Minderheit akzeptiert und leider auch von vielen Politikern und sogenannten "Managern" gefördert.
Ich erinnere mich noch an die Zeit als "Manager" einer Automobilfirma aus den USA nach Deutschland kamen um hier amerikanisches "know how" einzuführen und darauf bestanden, dass ab einer gewissen Führungsebene Englisch die Amtssprache zu sein hat. Zum Glück für eine deutsche Automobilfirma wechselten viele, die damit nicht einverstanden waren zu einer deutschen Firma, der es heute sehr viel besser geht als der US Tochter in Deutschland.
Zu glauben, dass dieser neue, schreckliche Mischmasch von englisch sprechenden Ausländern verstanden und als Weltoffenheit angesehen wird ist reiner Schwachsinn, der hauptsächlich von Versagern und Aufschneidern verbreitet wird.
Weltoffenheit und auch englische Sprachkenntnisse sind ohne Zweifel eine wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches Geschäft geworden. Das sollte aber professionell demonstriert werden.
Sehr wichtig ist auch die Erwartungen von potentiellen ausländischen Kunden zu kennen und diese weitgehend zu berücksichtigen. Leider hapert es dabei aber häufig. das triftt sogar auf die hochgelobte deutsche Automobilindutie zu. Bei uns laufen die meisten Autos mit Normalbenzin, das erheblich billiger ist. Nur weil das in Deutschland nicht mehr angeboten wird ist keine Begründung das hier Superbenzin vorzuschreiben und deswegen Kauflustige abzustoßen. Man würde sicherlich ein Paar weniger PS gegen die erhöhten Betriebsksosten eintauschen. Toyota hat das getan und ich konnte in Deutschland meine BMWs auch mit Normalbenzin betreiben, wenn ich nicht extrem untertourig fuhr.
Es ist eine unwiderlegbare Tatsache, dass man Kunden in ihrer Landessprache ansprechen sollte oder zumindest eine Sprache benutzt, die von den meisten verstanden wird. "Denglisch" ist keine derartige Sprache - sie wird sogar überwiegend abgelehnt und ist ein Überbleibsel aus der vorgetäuschten Glitzerwelt der neuen Technologien, als die darin tätigen Firmen allen Geldgebern und Kunden den schnellen Reichtum versprachen.
Wir, eine kleine kanadische Firma, haben da schon zahlreiche dieser "Traumfabriken" überlebt indem wir unseren "altertümlichen" Prinzipien treu geblieben sind.
Wir sind im Tourismussektor in eine Vorleistung gegangen indem wir einen englischsprachigen Internet-Reiseführer für Teile Bayerns und Thüringens erstellt haben. Zahlreiche Anfragen - nicht nur aus englisch sprechenden Ländern - bestätigen laufend die Richtigkeit unseres Konzeptes. Überrascht waren wir dabei allerdings über das große Interesse aus dem früheren Ostblock, einschließlich Rußland.
Natürlich ist es uns nicht möglich, Anfragen nach Unterkünften, Öffnungszeiten, Preisen, Busreisen usw. zu beantworten. Das sollten die zutreffenden Unternehmen selbst tun - wir helfen aber gerne dabei indem wir kostengünstig die entsprechende Internet-Präsenz schaffen und auf die Erwartungen des Großteiles der Besucher abstimmen.
Unsere Angebot beschränkt sich natürlich nicht nur auf den Tourismus und die englische Sprache. Wie sie sehen beherrschen wir auch noch deutsch und bieten auch hier unsere Dienste an.
Einige Vorurteile, die gegen die wir angehen:
Bereits im Jahre 1998 haben wir Bayern besucht, um Informationen für unseren Reiseführer zu sammeln und auch um Bilder zu machen.
Anlässlich dieses Besuches haben wir auch einige potentielle Kunden angesprochen.
Hier einige der meist benutzten Argumente und meine Kommentare:
eine Angestellte des Kurmittelhauses eines sehr bekannten Moorbades in Oberbayern: "Das können wir selbst viel besser machen". Zwei Jahre später hatten die noch nicht einmal eine ansprechende deutsche Webseite.
Kommentar:Man sollte zumindest wissen was man nicht weis. Schneller reden als denken zu können ist keine ausreichende Qualifikation für eine derartige Schlüsselposition. Als ich das Kurmittelhaus wieder besuchte, wirkte es total verödet.
der Leiter eines Fremdenverkehrsamtes: "Wir lassen das professionell machen."
Kommentar:Offensichtlich konnte kein "Professioneller" gefunden werden; denn sogar die deutsche Tourismusseite des Ortes konnte danach im alten Netscape nicht geöffnet werden. Eine englische Seite gab es zum Glück damals noch gar nicht.
die Inhaberin eines Hotels, die mich zu einem Gesprächstermin einlud: "Ich habe jetzt keine Zeit. Wir werden das selbst machen".
Kommentar:Die Dame sollte sich erst besser um ihr Hotel kümmern und lernen, dass man für ein warmes Kola in einem Miniglas nicht DM 5,00 verlangen darf. Die meisten Besucher sind preisbewußt und bestrafen derartige Unternehmen. Ich zumindest gehe da nicht wieder hin!
der Inhaber eines kleinen Hotels: "Wir wollen keine Amis. Die bleiben nicht lange".
Kommentar:Nicht nur Amis sprechen Englisch. Kann man mit so einer Einstellung überleben?
Wundert es Sie, dass ich mich nach dieser Bayernreise auf Kanada und Thüringen konzentriert habe? Ich bin selbst ein Bayer - allerdings aus Franken - und ich liebe mein Land. Eine derartige Arroganz hatte ich aber nicht erwartet und habe deshalb für viele Jahre die entsprechenden Konsequenzen gezogen und die Seite vernachlässigt.
Da ich mich aber gern an die vielen guten Erlebnisse in Bayern erinnere habe ich jetzt die Seiten verbessert. Leider gingen die meisten meiner eigenen Bilder bei einem Einbruch verloren. Ich hatte diese "sicher" auf der zweiten Festplatte meines gestohlenen Computer abgelegt.
Vielen Dank daher an Wikipedia und die Notizen meiner kanadischen Frau.
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